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XML-Einführung

Die "eXtensible Markup Language" (XML) hat sich in den letzten Jahren als die zentrale Infrastruktur für den elektronischen Datenaustausch und für die Ablage (semi)-strukturierter Datenbestände etabliert.

Der Siegeszug von XML, der im Übrigen noch lange nicht abgeschlossen ist, sondern bei dem permanent weitere Gebiete erobert werden, basiert im Prinzip auf zwei Eigenschaften: Ein XML-Dokument ist zum einen einfach und klar strukturiert (und dadurch von Maschinen leicht verarbeitbar) und bis zu einem bestimmten Grad von Menschen les- und interpretierbar. Zum anderen ist ein XML-Dokument – im Unterschied zu einem ASCII-basierten Textdokument – an ein Schema gebunden und kann gegen dieses Schema validiert werden. Dieses Prinzip, welches als wesentliches Kennzeichen aus dem Bereich der Datenbanken stammt, bildet die Grundlage für jede Art des elektronischen Datenaustauschs, in dem sich die Partner an vereinbarte schematische Definitionen halten.

Die Existenz eines Schemas erlaubt somit den weitreichenden Einsatz von XML, angefangen von der elektronischen Bestellung über das Internet, der Formulierung eines Prozedur-Fernaufrufs in verteilten Systemen bis hin zur XML-basierten Rekonstruktion bereits in heterogenen Systemen existierender Datenbestände. Insbesondere der letzte Aspekt gewinnt aktuell unter dem Schlagwort der Informationsintegration ("information integration") immer mehr an Bedeutung, wobei XML als generischer Ansatz zur Beschreibung individueller Datenbestände benutzt wird und dadurch eine XML-basierte Sicht über eine Vielzahl physisch autonom modellierter Datenbestände gelegt werden kann.

Neben Basiskonzepten wie XML selbst, XML Schema, XPath etc. hat sich in den letzten Jahren XQuery als eigenständige Anfragesprache mit dem Anspruch entwickelt, das zentrale Werkzeug zum Zugriff auf XML-Datenbestände zu sein, die entweder physisch in Form von XML-Dokumenten vorliegen oder nur virtuell existieren und durch eine Middleware-Schicht auf tatsächlich existierende autonome Systeme abgebildet werden. XQuery hat dabei das Ziel, nicht nur einen Zugriff auf XML-basierte Datenbestände zu realisieren, sondern weitreichende Möglichkeiten zur Filterung, Verknüpfung, Transformation und Konstruktion neuer XML-Dokumente zur Verfügung zu stellen. Der Umgang mit XML-Datenbanken und insbesondere die Kenntnis von XQuery wird in Zukunft den gleichen Rang wie SQL im Kontext relationaler Datenbanken einnehmen und damit fundamental sein. XQuery wird Eingang finden sowohl in den Bereich der Anwendungsentwicklung als auch in den Bereich der Lehre und Forschung. Dieser Tatsache versuchen wir hier Rechnung zu tragen und eine detaillierte Einführung in die zugrunde liegenden Sprachkonzepte von XQuery zu geben.

Leider können wir hier keine vollständige Einführung in alle XML-Konzepte geben. Diejenigen Konzepte von XML, die für das Verständnis von XQuery nötig sind, sollen dennoch in kompakter Form auf den folgenden Seiten vorgestellt werden.

   

Bild/Textnachweis: Wolfgang Lehner, Harald Schöning: "XQuery – Grundlagen und fortgeschrittene Methoden", dpunkt-Verlag, Heidelberg (2004). Wir bedanken uns beim Verlag und den Autoren für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.Buchcover 'XQuery - Grundlagen und fortgeschrittene Methoden'
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